Antrag Erinnerungskultur

18.01.2017 11:23

Antrag Erinnerungskultur

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

 

die CSU-Stadtratsfraktion beantragt,

 

Die Umbenennung der Dr.-Nebel-Straße in Dr. Julius Nebel Straße und die Anbringung einer Erinnerungsstele am Bahnhof „Morellstraße“.

Begründung:

Mit der Stadtratssitzung am 15.12.2016 macht sich die Stadt Augsburg auf den sogenannten „Augsburger Weg“ der Erinnerungskultur der Opfer des Nationalsozialismus.

Die Umbenennung der Dr.-Nebel-Straße in Dr. Julius Nebel Straße:

Die Dr.-Nebel-Straße erinnert bereits seit 1976 an den hoch angesehenen Bürger Herrn Dr. Julius Nebel, welcher während der NS- Zeit als Arzt tätig war. Das Jüdische Kultusmuseum Augsburg-Schwaben verweist in der Publikation „Jüdische Ärzte im Nationalsozialismus“ auf die Lebensläufe von 13 jüdischen Ärztinnen und Ärzten in Augsburg. An dieser Stelle wird auch Bezug auf Dr. Julius Nebel genommen. Allerdings ergibt sich durch die Nichtnennung seines Vornamens eine Verwechslungsgefahr mit dem NS-Arzt Dr. Friedrich Nebel, „der seinen Kollegen Dr. Julius Fabian skrupellos und mit verhängnisvollen Folgen aus dessen Ehrenämtern vertrieben hat“ (Schönhagen B., Spotka M., (2016): Augsburgs jüdische Ärzte im Nationalsozialismus – Ein Stadtrundgang; S.58). Um diese Verwechslung in Zukunft zu vermeiden wird die Erweiterung des Straßennamens um den Vornamen von Dr. Julius Nebel beantragt.

Die Anbringung einer Erinnerungsstele am Bahnhof „Morellstraße“:

Der Bahnhof „Morellstraße“ war der Ort, an welchem die Deportationen der Augsburger Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens in Ostgebiete stattfand.

Bezug nehmend auf die Ergebnisse der Bürgerumfrage 2015 in Augsburg ist es wichtig, die Geschichte Augsburgs für den Bürger erlebbar zu gestalten. Zur Erinnerung und Mahnung wird die Anbringung einer Erinnerungsstele am Bahnhof „Morellstraße“ beantragt.

Mit freundliche Grüßen 

Bernd Kränzle, Fraktionsvorsitzender

Benedikt Lika, Stadtrat

Andreas Jäckel, Stadtrat

 

 

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